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106,9 … Von nun an ging’s bergab
Ha, zwei Kilo in der ersten Woche. Das ist doch schon was. Und das mit (der modifizierten Anja-Spezial-Variante von) Schlank im Schlaf.
Schlank im Schlaf - das Prinzip
Bei Schlank im Schlaf handelt es sich um eine so genannte Insulin-Trennkost, die der Arzt Detlef Pape in Deutschland bekannt gemacht hat. Das Grundprinzip ist einfach: Geht man davon aus, dass die Fettverbrennung (das hässliche Fett in den Körperzellen ist gemeint) durch Insulinausschüttungen gebremst wird, heißt das Ziel, die Insulinausschüttungen gering zu halten. Schlank im Schlaf (von Anhängern auch kurz SIS genannt) meint, durch die Kombi von Kohlehydraten und tierischem Eiweiß wird der Insulinspiegel im Blut besonders in die Höhe getrieben. Deswegen werden selbige möglichst nicht zusammen gefuttert. Dabei zählen zu Kohlenhydraten vor allem die aus Stärke und (Frucht-)zucker. Morgens darf man selbige futtern, um in Schwung zu kommen. Denn Kohlenhydrate bringen schnell Energie (deswegen gibt es vor Marathonläufen die berühmten Nudelschlachten). Morgens gibt es also Brötchen, Brot, Marmelade, Nutella, Obst, Müsli, Saft etc. Mittags ist der Körper (und der Mensch) munter, es darf gegessen werden, was Kantine und Kühlschrank hergeben - also Eiweiß und Kohlenhydrate gemischt. Abends gibt es nur Eiweiß (Käse, Quark, Eier, Fleisch etc.), ergänzt durch Gemüse und Salat (obwohl das auch Kohlenhydrate sind, aber angeblich keine “bösen”, die den Insulinspiegel hochtreiben). Und weil der Insulinspiegel so hübsch niedrig bleibt, baut der Körper nun während des Schlafs verschärft fett ab und regeneriert mit Hilfe des Eiweiß die Körperzellen.
Zwischen den Mahlzeiten 5 Stunden Pause
Das klingt natürlich alles schicken. Ein bisschen Nahrungsmittel trennen und ansonsten futtern bis der Arzt kommt. Aber klar, so einfach ist es nicht. Auch diese Diät hat mehrere Haken - die aber nicht wirklich welche sind, wie ich finde. Der erste Haken: Es gibt genau drei Mahlzeiten am Tag - Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Und zwischen diesen drei Mahlzeiten sollen mindestens 5 Stunden Pause liegen, damit der Insulinspiegel sinkt und die Fettverbrennung angeregt wird. Wenn einen der Hunger überfällt gibt’s kein Obst (wegen bösen Fruchtzuckerkohlenhydraten), sondern höchstens ein Ei oder eine Scheibe Käse oder Wurst. Haken Nr. 2: Auch bei dieser Diät sollte man nicht mehr als 1800 Kalorien zu sich nehmen. Und damit ist klar: Ein Wundermittel gibt es nicht. Wer abnehmen will, muss sich beschränken. Denn Insulinspiegel hin oder her, Fett wird nur verbrannt, wenn der Körper mehr Kalorien umsetzt, als er zu sich nimmt. Und nun der dritte und letzte Haken: Auch bei SIS wird Bewegung empfohlen. Tja, die funktionierende No-Sports-Diät ist eben auch noch nicht erfunden.
Die Anja-Variante von SIS
Das Erste, was ich für mich festgestellt habe: Sojamilch, egal ob im Müsli oder im Kaffee, geht gar nicht. Also halte ich mich morgens nicht exakt an die Vorgaben. Ich esse zwar überwiegend Kohlenhydrate, aber in den Kaffee und ins Müsli kommt fettarme Milch. Ansonsten bin ich aber tapfer und verzichte auf tierisches Eiweiß. Ich habe übrigens vorher entweder gar nicht oder sehr spät gefrühstückt. Morgens bloß Kaffee getrunken. Aber ich habe festgestellt, seit ich morgens regelmäßig gut frühstücke (ca. 500-700 Kalorien), bin ich vormittags viel fitter und halte bis zum Mittagessen die 5 Stunden durch. Mittags ist natürlich sowieso kein Problem, da ich da ja essen kann, was ich will - ich versuche auch hier, zwischen 500 und 700 Kalorien zu essen. Abends ist es ein bisschen schwierig, weil so Magenfüller wie Nudeln ja verboten sind. Aber es muss nicht immer Fleisch sein. Letztens hatten wir einen sehr leckeren Kürbisauflauf mit Käse überbacken. Aber grundsätzlich ist diese Diät nicht wirklich vegetarierfreundlich. Die fünf Stunden halte ich inzwischen übrigens gut durch. Die ersten zwei, drei Tage hat mir der Magen so nach vier Stunden heftig geknurrt, aber inzwischen haben wir uns geeinigt, mein Magen und ich. Sehr angenehm finde ich, dass ich mir zwischen den Mahlzeiten keine Gedanken übers Essen machen muss. Also nicht die Frage, die mich eine halbe Stunde beschäftigt: Lenke ich mich jetzt mit einem Häppchen vom Arbeiten ab und wenn ja, mit welchem? Ich merke erst jetzt, wie viel ich zwischendurch und ganz nebenbei gefuttert habe. Und ich glaube, das ist bei mir der entscheidende Punkt, der mir jetzt hilft abzunehmen. Und von einer Mahlzeit mit 500-700 Kalorien werde ich gut satt - und zwar auch ziemlich lange. Ein weiterer Effekt: Ich fühle mich abends nicht mehr so vollgestopft - geht mit Salat, Gemüse und magerem Fleisch einfach nicht.
Mit der Bewegung hapert’s noch
Das mit der Bewegung klappt bei mir noch nicht so toll. Vor allem wenn ich viel zu tun habe, so wie zurzeit. Da bewege ich mich vom Schreibtisch zum Bücherregal zum Klo zum Schreibtisch - aber das war’s auch schon. Aber ich versuche, mindestens einmal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen, wenigstens eine halbe Stunde aufs Fahrrad, den Stepper oder das Laufband. Diese Woche habe ich es geschafft. Und dann noch hin und wieder den Hund durch den Wald jagen, das ist schließlich auch Bewegung.
Also alles in allem für mich eine ganz praktikable Sache. Ich werde berichten, wie es weitergeht.